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Alvar Aalto Museum und experimentelles Sommerhaus in Jyväskylä, Finnland

Alvar Aalto Museum und sein experimentelles Sommerhaus in Jyväskylä, Finnland

Auf halber Strecke zwischen Kuopio und Tampere liegt Jyväskylä. Bei der Gelegenheit hat sich der Abstecher zum Alvar Aalto Museum und vor allem zu seinem Sommerhaus auf einer Insel in der Nähe der Stadt gelohnt.

Während das Museum sich hauptsächlich der umfassenden Dokumentation seiner Arbeit widmet und dadurch erwartungsgemäß museal daher kommt, war der Besuch des experimentellen Sommerhauses die eigentliche Überraschung.

Untypischerweise von der Küstenlinie zurückgesetzt und versteckt, hat er sich und seiner Frau einen Ort geschaffen, an dem er mit Material, Fügung und auch Farbe (in der Raumgestaltung, wie in seinen Malereien) im wahrsten Sinne des Wortes ausgiebig  experimentiert hat. Urprünglich für sich und seine Frau gebaut, zogen später auch für längere Phasen seine Assistenten ein um in der zurückgezogenheit des Ortes intensiv arbeiten zu können.

Verschieden gebrannte und gefügte Ziegelsteinwandstücke prägen eine art Testfeld des um einen Innenhof gruppierten Enslembles von Haupthaus, Gästeflügel, einigen Unterstellmöglichkeiten und Schuppen. Einige der Steine hat er eigens für dieses Haus fertigen lassen.

Im Inneren, des zwar überaus großzügigen, aber dennoch einfach gehaltenen Hauptauses lassen sich ebenfalls häufige Oberflächen und Materialwechsel finden. Interessant ist, wie selbstverständlich er an der Einfachheit des Hauses festgehalten hat. Eine immer wieder, bis ins konstruktive Detail, auffällige Einfachheit durchwirkt das Haus, das in einser Anlage und formaler Ausgestaltung dennoch der Moderne verpflichtet ist. Vor allem die die Gründung des Gästeflügels auf Steinen, die unberabeitet und unverrückt auf dem Baugrund genutzt wurden und die geschickte Abhängung der Arbeitsempore des Hauptraums haben mich beeindruckt.

Das Grundstück, der mittlerweile auch über den Landweg zu erreichenden Insel, ist in starker Hanglage nur über Trampelpfde erschlossen, eine Rauchsauna am Ufer und ein in den 90er Jahren eigens erichtetes Schutzhäuschen für sein von ihm entworfenes Boot liegen etwas abseits des Haupthauses.

Ganz im Selbstverständnis seiner Zeit nannte er sein Boot ‘Der Prophet gilt nichts im eigenen Land’.

Heute kümmert sich das Alvar Aalto Museum um den erhalt des Ensembles, die Familie Aaltos hat immer noch das Recht das Haus für private Zwecke zu nutzen.