Buchempfehlung: ‘Was Räume mit uns machen – und wir mit ihnen’

Jürgen Hasse ‘Was Räume mit uns machen – und wir mit ihnen (Kritische Phänomenologie des Raumes)’

Karl Alber Verlag 2014

‘Das Erleben räumlicher Umgebungen vollzieht sich im Medium emotionaler Teilhabe.’ Eine Aussage die Gestaltern so abwegig nicht vorkommt, oder?

Aber tatsächlich ist die Diskussion um den gebauten und gestalteten Raum, dessen Funktionen und atmosphärischer Aussagen geprägt vom Wunsch nach Verifizierung, Ratio und Metrik. Die Spannung liegt im Konstrukt selbst: In der Bandbreite zwischen dem funktionalistisch begründeten Ablauf des Bauens und seiner Gestalt, als emotional wahrnehmbare Baukunst.

In 20 Aufsätzen erörtert Jürgen Hasse Schnittstellen der Raumdiskussion auf dem Boden seiner Heimatdisziplinen, der Soziologie, der räumlichen Vergesellschaftung des Menschen und der Umweltwahrnehmung. Die Bezüge, die er zu den Nachbardisziplinen der Naturphilosophie, Medientheorie, Architekturtheorie, Ökonomie, Kunsttheorie, Ethnologie und Humangeografie aufnimmt schaffen inspirierende Anknüpfungspunkte in der eigenen Auseinandersetzung mit dem unfassbar großen Themengebiet.

Und genau in diesem Kontext tut die ontologische Feststellung der ‘emotionalen Teilhabe’ gut, denn auch hier gilt (und wird ergründet): ‘Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.’