wpid-p1150803.jpg

Buzludzha Monument und Stara Zagora Denkmal, Bulgarien

Buzludzha Monument und Stara Zagora Denkmal, Bulgarien

Das als UFO bekannte Monument ‘Buzludzha’ kannte ich von einschlägigen Berichten schon etwas länger, wusste aber nicht wo es genau liegt. Auf meiner Anreise in Richtung Ukraine hatte ich bei Freunden in einem Motorradmagazin(!) eine sehr genaue Wegbeschreibung gefunden und konnte mit Freude feststellen, dass der Umweg auf dem Weg nach Plovdiv nicht allzu groß ausfallen würde.

Über die Passtraße von Gabrovo kommend bin ich gut durchgeschüttelt auf dem knapp 1400 üNN liegenden Berg angekommen und hatte allerbeste Sicht rundherum, sowie vor allem auf das Monument selbst.
1974 begann der Bau für das Gebäude, das an die Gründung der sozialistischen Bewegung Bulgariens auf dem Berg im Jahre 1891 ebenso erinnern soll wie an die ‘Ewige Freundschaft’ Bulgariens mit dem russischen Volk respektive der Verbundenheit zur Sowjetunion.

Etwas unterhalb des Monuments befindet sich eine Großskulptur zweier fackeltragenden Hände, welche Gipfel und UFO von der Passtraße aus perfekt einrahmen. Man kann von hier aus die restlichen vielleicht 150 Meter direkt bergan laufen oder eine alte, ebenso wie das Monument nicht mehr unterhaltene, Zufahrtstraße nehmen, was ich tat.

Am Monument war ich beileibe nicht alleine, 8 Autos und drei Motorräder parkten davor und rund um das Gebäude waren vielleicht 15 Leute dabei das Gebäude zu bestaunen und Erinnerungsfotos zu schießen.

Nach kurzer Suche entdeckte ich den ‘Eingang’ ins Innere. Eine kleine aufgebrochene Öffnung in einem der Trepenhäuser in vielleicht 1,5 Meter höhe, durch die man leicht, jedoch nicht bequem ins Innere klettern kann. Dadurch, dass der Einstieg etwas Überwindung kostet, man sich garantiert schmutzig macht und direkt hinter dem Einstieg eine kleine Spalte zum Absatz der Treppenhauses überwunden werden muss, waren drinnen deutlich weniger Besucher anzutreffen als gedacht.

Einen halben Treppenlauf nach oben und man steht im großen Hauptsaal des Gebäudes. Ringsherum eine Mosaikwand mit Heldendarstellungen, Allegorien und natürlich Marx, Engels und Lenin als zentrales Trio. An der Decke ein großes, rundes Mosaik mit Hammer und Sichel. Tatsächlich ist das Gebäude, dessen Dach aus einer Stahlkonstruktion mit Blechdeckung besteht, nur die Unterseite ist aus Beton, in einem stark beschädigten Zustand. Das Dach ist erheblich durchlöchert, alle Fenster zerborsten und die ehemals prachtvollen Mosaike entweder als Souveniers zerfleddert worden oder durch die Witterung abgeplatzt. Man sieht allenthalben die Vorzeichnungen der Mosaike durch, ein eigenartiges ‘Endzeit-Szenario’.

Es geht das Gerücht, dass das Hammer-und-Sichel-Deckenmosaik mit Rubinen besetzt gewesen sei, was es wiederum zur Zielscheibe für Steinwürfe und Beschuß mit Handfeuerwaffen machte.

Es ist auch möglich den flankierenden Turm durch einen Aufzugschacht zu besteigen, ich habe mich in Ermangelung eines Helfers/Komplizen, den es braucht um den Einstieg im Keller auszuleuchten, und einer Taschenlampe, die es noch dringender braucht, nicht getraut. Schade, denn kurz zuvor habe ich zwei Jugendliche noch auf dem Turm gesehen, der Blick von da oben muß phänomenal sein.

Ich bin mit Einbruch der Dämmerung wieder unten im Tal angekommen und habe mir in der Nähe von Stara Zagora einen Campingplatz gesucht auf dem ich, neben zweier Trucker, der einzige Gast war.

Am nächsten Tag stolperte ich auf dem Weg nach Plovdiv über das Memorial “der Beschützerr von Stara Zagora 1877″ von 1977. Es zeugt vom ‘Heldenmut der Russen und der Bulgaren bei der Verteidugung von Stara Zagora’ im Jahre 1877 und ist vor allem wegen der knapp 50m hohen Turmskulptur ein skurriler Zeitzeuge ideologisch durchwirkter Selbstdarstellung.