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Honningsvag/Norwegen

Honningsvag, Norwegen

Aufgenommen am 24.05.2015

Stadtstruktur:

Honningsvag liegt in einer natürlichen Bucht an recht moderat ansteigendenden Gelände. Die Stadt, oder besser der Ort mit seinen knapp 2400 Einwohnern, ist völlig auf das Hafenbecken ausgerichtet. Um den natürlichen Hafen herum entwickelt sich die Stadt der Topografie der Küste folgend hangaufwärts.

Durch die extreme Lage an der Barentssee im hohen Norden ist die Struktur der Stadt, wie das Stadtbild, stark vom Klima und den Wetterbedingungen beeinflusst. Sie wirkt mehr wie ein auf Funktion hin optimierter Außenposten, als eine gestaltete und unter ästhetischen Gesichtspunkten entwickelte Stadt.

Der Hafen und seine Infrastruktur bestimmt auch die Atmosphäre des Stadtbildes. Hier legen die großen Kreuzfahrtschiffe an, die unmengen an Touristen per Bus zum rund 30 Kilometer entfernten Nordkap bringen. Öltanks und Verladeeinrichtungen entlang des Küstenverlaufes tun ihr übriges um die Anmutung des Ortes zu bestimmen. Honningsvag wird als Fischerdorf beschrieben, außer ein paar wenigen Trockengestellen für Stockfisch scheint diue Fischerei hier keinen großen Einfluß auf Stadtbild und Wiortschaft zu haben.

Die Bucht von Honningsvag liegt etwas abseits der Landstraße die zum Nordkap führt, der Ort selber ist über die Landverbindung also kein Durchgangsort, eher Versorgungszentrum.

Neben dem industriellen Eintrag, der das Bild des Ortes prägt (Im Ortskern vor allem vermutlich Lager- und Umschlagsgebäude), ist es vor allem die nahzu völlige Ausrichtung auf die Kreuzfahrttouristen, die im kleinen Hafengebiet und der darüberligenden Hauptstraße zum tragen kommt. Cafes und Souveniershops prägen den Ort. Kleinere Geschäfte für Schiffsbedarf und Ausrüstungsgegenstände fallen kaum auf.

Jenseits der einen Durchfahrtsstraße ist hangaufwärts nur noch Wohnbebauung zu finden.

Die Wohnbebauung ist hauptsächlich ein- bis zweigeschossig und zu vermutlich gleichen Teilen in massiver Steinbauweise wie auch als Holzbauten als solitäre Baukörper ausgeführt.

Farbigeit des Stadtbildes:

Die Farbigkeit Honningsvags entspricht dem Klischee der hoch im Norden liegenden Küstenorte. Es ist die starke Buntigkeit, die bedingt durch den Wechsel der Farben von Haus zu Haus den nahezu typischen Eindruck der nordischen Küstenorte vermittelt.

Die verwendeten Farbtöne sind vor allem die in skandinavien typischen Rottönungen (Das Deonym ist das in Schweden bekannte ‘Falunrot’.), dunkle (holzfarbene) Brauntöne, gelbliche Ockerfarben (nahe am Begriff ‘sand- bis senffarbig’.), leicht gräulich gebrochene Grün- (Pistatzie bis Pinie) und Blautönungen für die bunten Farben. Auffällig dunkle Grautöne und sehr helles Weiß dominieren bei den unbunten Farben.

Ohne die Quantitäten erfasst zu haben, dürfte sich der Anteil von bunten zu unbunten Farben die Waage halten. Auffällig ist, dass starke Farbkontraste (z.B. roter Gebäudesockel, grüne Farbe für die aufgehenden Geschoße.) für die in bunten Farben gestalteten Häuser in dem Maß gelten, wie starke Helligkeitskontraste für die Häuser in unbunten Farben.

Interessant ist zudem, dass die Gebäudesockel in der Mehrzahl hellere, und oftmals unbunte (hellgrau/weiße) Farbgebungen aufweisen als die aufgehenden Geschosse.

Materialität

Ein einziges Gebäude, ein vermutlicher Müllumschlag, wies keinen die Materialität gänzlich überspielenden Farbauftrag auf und zeigte das Material in seiner ‘urprünglichen’ Oberfläche, Struktur und Textur: Beton.

Alle anderen Gebäude, die ich gesehen habe, wiesen eine z.T. stark die Textur der Materialien überdeckende Farbschicht auf.

Holzverkleidungen und verputzte Oberflächen dominieren nahezu ausschliesslich das Erscheinungsbild des Ortes.

Durch die extreme Witterung sind Auswaschungen, Ausbleichungen, Abblätterungen und Abplatzungen sowie Ausblühungen, Rost- und Schmutzfahenen nahezu allgegenwärtig und beeinflussen die Erscheinung des Ortes stark. Diese ‘Störungen’ tragen einen erheblichen Teil zur Atmosphäre des Ortes bei und unterstützen den Charakter des Ortes als extremen Außenposten im hohen Norden.