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Inari, Finnland

Inari, Finnland

Aufgenommen am 27.05.2015

Stadtstruktur:
Inari ist ein kleiner Durchgangsort auf meiner Nord-Südroute und gehört zur gleichnamigen Gemeinde im Norden Finnlands. Laut Zensus leben rund 460 Einwohner in dem Ort der zu der dünnbesiedeltesten Region Finnisch-Lappland zählt. Inari ist ein klassiches Straßendorf.
Bekannt ist der Ort vor allem durch seine Lage am großen Inarijävi-See, dem ‘Samething’ (parlamentarische Vertretung der Samen in Finnland), untergebracht im ‘Sajos’, dem samischen Kulturzentrum am Nordende des Dorfes sowie einer bekannten Holzkirche am Südende.

Tatsächlich orientiert sich der Ort völlig an der großen Euroastraße ‘E4′ in Nord-Süd Richtung und der Landstrasse ‘955’ in Ost-West Richtung, die sich in Inari treffen. Das Seeufer im Ort ist durch Campingplätze, Privatgrundstücke und Ausflugslokale nahezu völlig privatisiert und trägt überhaupt nicht zur Atmosphäre des Ortes bei.

An den Hauptsraßen, der E4 und 955, prägen vor allem Supermärkte und Tankstellen das Bild des Ortes, große Parkplatzflächen und große Abstände zwischen den Gebäuden lassen keinen geschlossenen Stadtraum entstehen. Die Szenerie wirkt fast nordamerikanisch.

In zweiter Reihe und in den Stichstraßen, die von den beiden großen Straßen abgehen befinden sich landeinwärts Wohnbebauungen, zur Seeseite hin hauptsächlich die erwähnten touristischen Gebäude.

Der Hauptcharakter des Ortes wird durch die ausnehmend großen Abstände der Gebäude zueinander bestimmt.

Farbigkeiten:
Würde man nur entlang der Hauptstraße durch den Ort fahren, so würde eine Supermarkt-Tankstellen-Kombination in Ortsmitte den prägendsten Eindruck hinterlassen, das eingeschossige Ensemble prägt die Ortsmitte durch leuchtend gelb hinterlegte Werbetafeln und Folierungen. Der Eindruck wird auch durch die großen Abstände der einzelnen Gebäude zueinander verstärkt, wodurch der  ‘Ausreisser’ der Supermarkttankstelle besonders hängen bleibt.

Entlang der Hauptstraße sind die Tankstellen und Supermarktgebäude in den CI-Farben der betreibenden Firmen gehalten, die touristischen Gebäude, in ihrer rauen Schmucklosigkeit, wiederum in den für Nord-Finnland typischen Farbgebungen: Rot (Das Deonym ist das in Schweden bekannte ‘Falunrot’.), erd- und holzfarbene Brauntöne, gelbliche Ockerfarben (nahe am Begriff ‘sand- bis senffarbig’.), leicht ins gelb-gräulich gebrochene Grün- (Pistatzie bis Pinie) und Blautönungen für die bunten Farben. Grautöne und Weiß bei den unbunten Farben.

Die gleichen Farbigkeiten herrschen auch bei den Wohnbauten vor, wobei gefühlt die rot angelegten Häuser Dominieren.

Auf den zweiten Blick fällt die allgegenwärtige Referenzierung der samischen Kultur auf, die in Aufklebern und Souvenierdisplays und vor allem einer in den Farben der samischen Flagge (gesättigtes Rot, Blau, Gelb und Grün) gehaltenen Beflaggung eben dieser Supermarkttankstelle den Ort akzentuiert.

Die zwei gestalterisch eigenständigsten und auffälligsten Gebäude entlang der untersuchten Route sind das ‘Sajos’ und die Holzkirche. Das Sajos ist vollständig durch vertikale, in dunkelbraun lasierte, Holzlamellen verkleidet, die Holzkirche in einem hellen Weiß angelegt.

Materialität:
Zu den sich durch das ganze bisher befahrene Gebiet ziehenden Holzverkleidungen der Wohnhäuser, meist horizontale Nut & Feder Vorsatzschalen, an den Gebäudeecken stumpf aufeinander laufdend und dort mit einer vertikalen Veblendung, häufig farbig abgesetzt, versehen, sind in Inari zwei Materialien an der Außenhaut der Gebäude häufiger anzutreffen: Putze und Keramik/Steinzeugverkleidungen. Entlang der Seeseite des Ortes befinden sich einige höhere Geschoßbauten (Hotels/Mehrfamilien-Wohnhäuser) die rau aber unstrukturiert verputzt sind, die Keramikoberflächen befinden sich ebenfalls an Gebäuden der Seeseite. Hier wird das Material im Kontrast zu Holzbauteilen verwendet.

Die Witterungseinflüsse auf die Außenhaut der Gebäude scheinen -naturgemäß- nicht ganz so stark die Erscheinung der Häuser zu beeinflussen.